Aktuelles

Viele Kollegen haben sich im Berufsverband engagiert
Hier ein paar Statements:

 

Regina Oediger-Spinraths persönlicher Rückblick auf ihre zweijährige Vorstandsarbeit im Berufsverband

Von Gertrud Franzen, meiner Mentorin als ausscheidendes Vorstandsmitglied gefragt, ob ich nicht im Vorstand mitarbeiten würde, habe ich relativ spontan und beherzt zugesagt. Die Arbeit im Vorstand lag in meiner Tätigkeit als PR in der Berufsanfangsphase und vor der Geburt unserer Kinder. Ich meine, es war die Zeit zw. 1994 u. 1996.

Was hat mich motiviert diese Aufgabe zu übernehmen?

Ich war und bin der Meinung, dass unsere Berufsgruppe ein unverzichtbarer Bestandteil des pastoralen Wirkens der kath. Kirche darstellt (s. auch das gerade verschickte Papier des Symposiums der LaientheologInnen in Wien). In einer Kirche, in der das Amt eine so große, scheinbar wenig anfragbare und selbst-verständliche Bedeutung hat, scheint es mir wichtig die Bedeutung unserer Berufsgruppe für den gesamtkirchlichen Auftrag immer wieder ins Spiel zu bringen und dies eben nicht nur jedeR für sich vor Ort. Im Team kamen wir als PRs zusammen, die wir uns teilweise noch aus Studienzeiten kannten und an berufspolitische Aktionen aus dieser Zeit anknüpfen konnten. Im Dialog mit den anderen konnten wir aufkommende Fragstellungen erörtern und ggf. an die VV rückbinden. Ich hatte das Gefühl, dass wir in diesen Jahren noch eine relativ gute Rückbindung hatten , wenn gleich es auch damals PRs gab, die die Arbeit aus wahrscheinlich unterschiedlichen Gründen durch ihre fehlende Teilnahme an der VV nicht unterstützten. Auch war die Rückbindung an die AGPR auf Bundesebene interessant.

Unsere Berufsgruppe verdient und braucht eine gute Lobby innerhalb und außerhalb des Bistums. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand der GR habe ich nicht mehr so detailliert im Kopf. Ich meine aber, dass wir um eine gute Balance zw. eigener Profilierung unserer Berufsgruppe als TheologInnen und unserem gemeinsamer Auftrag hinbekommen haben.

Durch die Geburt unseres Sohnes (10/96) und später unserer Tochter (5/02) habe ich die berufspolitische Arbeit mit Ausnahme der Mitarbeit am runden Tisch aller pastoralen Dienste (s. eigener Studientag) eingestellt. Für mich bzw. uns (Wigbert und mich als PR mit Kindern, beide im Dienst) war mein Limit an beruflichem Engagement erreicht bzw. zeitweise eher überschritten. Wir haben über unsere Einsatzgemeinde(n) hinaus viel in die lebendige Vernetzung im Dekanat investiert und damit war ich zeitlich ausgereizt.

In der Zwischenzeit sind viele KollegInnen dazu gekommen, sodass  die Gruppe der PA/PRs nicht mehr so einfach überschaubar und das Selbstverständnis der KollegInnen wahrscheinlich weit gefächert ist. Trotz dieser breit gefächerten Berufsidentität, der familiären Situation, der Mehrbelastung durch „Zukunft heute“, halte ich in der kirchenpolitischen Situation, gerade auch in unserem Erzbistum, eine qualifizierte Vertretung unserer Berufsgruppe für dringend erforderlich. Wenn ich in die kirchenpolitische Landschaft schaue, dann muss ich feststellen, dass auch nach 30 Jahren unser Beruf alles andere als selbst-verständlich ist! 

Nach zweijähriger beruflicher Auszeit bin ich seit 9/06 als Referentin für Ehepastoral im Rhein-Erft-Kreis tätig. Ich möchte dies gerne wieder in Anknüpfung an den BVPR tun.


Brigitte Schmidts Statement für ein Engagement im Berufsverband

Brigitte Schmidt ist seit 1982 als PA/PR im Erzbistum Köln tätig und war von 1987-1991 im Vorstand des Berufsverbandes.Nach mehr als 20 Jahren Dienstzeit als PR in verschiedenen Gemeinden bzw. Seelsorgebereichen, wirkt sie seit 2006 als Referentin für Gemeindepastoral im Stadtdekanat Bonn

 „Die eine Nachfolge muss viele Nachfolgende, das eine Zeugnis viele Zeugen, die eine Hoffnung viele Träger haben“, dieses Bekenntnis der Würzburger Synode von 1975 stand für mich von Beginn an und steht noch immer sozusagen als Überschrift über den verschiedenen Diensten, die in unserer Kirche sei es haupt- oder ehrenamtlich ausgeübt werden. Die Vielfalt der Personen, der Frauen und Männer, die sich berufen wissen mit ihren je eigenen Möglichkeiten und Kompetenzen, die frohe Botschaft  weiter zu tragen, ist in unserer Zeit, die von einer ungeheuren Pluralität der Lebensstile und Glaubensformen geprägt ist, wichtiger denn je. Der Beruf des Pastoralreferenten, der Pastoralreferentin ist unverzichtbar in unserer Kirche, und dennoch mussten wir Berufsträgerinnen und -träger durch all die Jahre hindurch immer wieder neu um seine Existenzgrundlage ringen. Dabei war der Berufsverband mit seinem Vorstand seit seiner Gründung stets die Stimme der Berufsgruppe, nicht die einzige, weil all die Frauen und Männer, die seit der Einführung des Berufes ihn mit ihrem Leben und Glauben praktisch ausfüllen, die Hauptstimmen waren und sind, aber die gemeinsame Stimme. Und die wird gehört!

Die konkreten Themen und Fragen, die es darzustellen und zu verhandeln gab, unterlagen in den mehr als zwei Jahrzehnten einem beständigen Wandel, doch im Kern ging es oft genug um das Eine, die Frage unserer Berufsidentität und deren  Anerkennung. Dass wir selbst immer noch die stärksten „Kämpfer“ für unseren Beruf sind, das haben wir zu beklagen und  müssen es trotz allem sein – auch weiterhin. Der Berufsverband ist die Stimme und das Bindeglied gegenüber der Bistumsleitung. Er ist auch das nicht weniger wichtige Bindeglied  zu den und zwischen den in unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern im Dienst Stehenden, von der Gemeindeseelsorge über die Kategorialseelsorge bis hin zu der in jüngster Zeit neu gestärkten Regionalebene. Nicht zuletzt ist er zentrales Bindeglied zu den (leider) zahlenmäßigen Wenigen, die neu in den Beruf einsteigen können. Brücken zu bauen in all diese Richtungen lohnt sich und stärkt unser Berufsprofil, deshalb finde ich den Berufsverband genauso unverzichtbar wie unseren Beruf selber.

 

Norbert Bauer - Pladoyer für den Berufsverband
Kommunikation und Identität

Norbert Bauer war von 1994 – 2006 im Vorstand des Berufsverbandes, davon mehrere Jahre als Sprecher. Die Tätigkeit im Berufsverband hat dazu beigetragen, dass er weiterhin überzeugter Pastoralreferent ist. Zurzeit wirkt er als PR in den Kölner Pfarrgemeinden St. Agnes- St. Kunibert - St. Ursula. Darüber hinaus ist er zum Gemeindeberater im Erzbistum Köln beauftragt.

Bei der letzten Vollversammlung wurde angesichts der geringen Beteiligung und fehlender Kandidaten für den Vorstand die Frage gestellt: Ist unser Berufsverband überhaupt noch zeitgemäß, hat er noch eine Existenzberechtigung? Ein Blick in die Satzung liefert für mich eine Antwort. Dort wird als Hauptaufgabe des Verbandes die Kommunikation nach innen und nach außen formuliert. Beides halte ich Anbetracht einiger aktueller Entwicklungen für ausgesprochen notwendig.

- der Beruf der Pastoralreferentin, des Pastoralreferenten wird angesichts der finanziellen Entwicklungen immer wieder in Frage gestellt. In manchen Bistümern werden keine PRs mehr eingestellt.
- Die Heterogenität des beruflichen Einsatzes fragt nach dem Gemeinsamen in unserem Beruf. Gibt es noch eine tätigkeitsfeldübergreifende Identität oder überwiegt eine Identität als Krankenhausseelsorgerin, als Beauftragter für die Altenheimseelsorger, als Referent für Pastoral- und Gemeindeentwicklung, als Gemeindeseelsorgerin...
- Mehrere männliche Kollegen haben sich entschieden, sich zum Diakon weihen zu lassen.

Diese wenigen Beobachtungen provozieren die Frage, ob unser Beruf zukunftsfähig ist, oder ob er nur eine sehr kurze Episode der Kirchengeschichte sein wird. Die Beantwortung dieser Frage wird nicht nur von den Entscheidungen der Kirchenleitungen abhängen, sondern auch durch unsere Selbstbestimmung. Deshalb müssen wir in der Lage sein, die Identität unseres Berufes zu definieren. Dazu hat der Berufsverband von Anfang an beigetragen. Die Zeichen der Zeit sprechen dafür, den Berufsverband wieder als Forum der Selbstdefinition zu nutzen.
Eine wichtige Funktion des BVPRs, vor allem des Vorstandes, ist es, das Gespräch mit der Bistumsleitung und anderen Organen zu führen. Für den Kardinal, für die Personalabteilung, für die BVGR sind wir als Verband der Gesprächspartner. Wird es keinen Vorstand, wird es keinen Verband mehr geben, werden diese in den vergangenen Jahren gewachsenen Gesprächsmöglichkeiten wegfallen. Dies wäre ein nicht zu unterschätzendes politisches Signal in unser Bistum hinein. Daher ist der mancherorts formulierte Vorschlag, mit den GRs einen gemeinsamen Verband zu gründen, keine Alternative. Damit werden wir als eigenständiger Beruf noch weniger erkennbar.
Ich bin davon überzeugt, dass unser Beruf nur dann eine Zukunft hat, wenn wir auch weiterhin für uns und für andere deutlich machen können, was uns als Pastoralreferentin, als Pastoralreferent auszeichnet und was uns von den anderen Pastoralen Diensten unterscheidet. Der Berufsverband bietet dazu eine gute Möglichkeit.

 
Wolfgang Bender - ein Brief zum Thema 'BVPR' 

(ehem. Abteilungsleiter - Region Mitte1 (Köln) der HA-Seelsorgebereiche)

 

Liebe  Kolleginnen und Kollegen,
Ich gehören zu den PastoralreferentInnen, die sich bald nach ihrer erstmaligen Beauftragung im Erzbistum Köln zu einem Berufsverband zusammengeschlossen haben. Damals gab es sicher noch keine Satzung oder eine genaue Bezeichnung des Zusammenschlusses, aber den starken Wunsch, im Miteinander nach einer neuen beruflichen Identität zu suchen. Wir hatten sehr unterschiedliche studentische Biografien und standen am Anfang eines sich ausprägenden neuen Berufsprofils. Wir waren dem Erzbischof von Köln dankbar, dass er diesen neuen Berufszweig in unserem Bistum zuließ; wir waren auch dankbar, als Laien mit einem theologischen Diplom eine Anstellung erhalten zu haben, aber wir waren selbst hoch daran interessiert, wie sich “unser” neuer Beruf entwickeln würde.

Dabei war uns klar, dass wir als Subjekte diesen Beruf mit gestalten wollten. Wir waren mit hohem Engagement in den Beruf eingestiegen und wollten mit unseren sehr individuellen Selbstdefinitionen Partner der Bistumsleitung sein, die ebenfalls noch unsicher unser Berufsbild zu umschreiben suchte. Es waren vor ca. 30 Jahren zahlenmäßig kleine Treffen unserer Berufsgruppe, aber es waren spannende und beflügelnde! Die Pfarreien hatten uns in der Regel gut angenommen , so dass wir auch hier Rückenwind zur Entwicklung des Berufsbildes erhielten. Die damaligen AusbildungsleiterInnen pflegten einen partnerschaftlichen Umgang mit uns, so dass wir als Berufsvertretung auch hier aktiv an der Ausgestaltung der Ausbildungselemente Einfluss nehmen konnten .

Viele Erfahrungen in unserer berufspolitischen Arbeit gaben uns selbst die Sicherheit, dass wir zusammen mit den ChristInnen in den Pfarreien auf einem richtigen Weg in unserer Kirche waren. Manche Schwankungen im Anerkennungsbeweis durch die verfasste Kirche konnten wir verkraften, weil wir uns selbst in unserer pastoraltheologischen Bedeutung sicher waren und Anerkennung aufgrund unseres pastoralen Engagements in den Gemeinden durch die MitchristInnen erfuhren. Die Arbeit im Berufsverband hat uns in der Zeit des ungeklärten Berufsprofils viel eigene Auseinandersetzung und Halt gegeben. Wir haben nicht passiv darauf gewartet, mit welchen Aufgaben
man uns betraute, sondern haben selbst experimentiert, diskutiert, verworfen und gelebt, was wir im Zusammenspiel aller als geboten ansehen konnten. Das war keine Anarchie, sondern gemeinsames Bemühen zwischen den Verantwortlichen im Bistum und uns als verfasstem Berufsverband!

Die Rolle des Berufsverbandes ist natürlich gewachsen; eine Ausprägung hat sie in der Errichtung der Mitarbeitervertretung der GR/PR erhalten. Die andere Seite war in den Jahren meines Mitwirkens geprägt von der Solidarität in der Berufsgruppe , der eigenen pastoraltheologischen Vergewisserung im kollegialen Austausch und dem Suchen nach Antworten auf die neuen Herausforderung in der
Pastoral. Auch als ich in der HA-Seelsorge-Personal Dienstgeberfunktion mit ausgeübt habe, war mir sehr bald deutlich, dass es ein aktives Streiten um unterschiedliches Positionen geben muss. Mir war aber auch klar, dass die Positionen institutionell verfasst sein müssen, um nicht in individuellen Abschwächungen vom Tisch gefegt zu werden. Das hatte für mich immer zwei Seiten: Wir konnten um das jeweils
Bessere fair streiten und wir konnten ausloten, wo es Gemeinsamkeiten in Verbindlichkeit gab.
Ich bin der festen Überzeugung:

Nur in der verfassten Form eines Berufsverbandes kann eine Berufsgruppe einen qualifizierten Halt nach Innen kriegen und sich aktiv in die Ausgestaltung des Berufsprofils durch den Dienstgeber einschalten. Es wäre ein gravierender Verlust für unsere Berufsgruppe, wenn aus Mangel an Bereitschaft, eine Aufgabe im Berufsverband zu übernehmen, dieser aufhören müsste zu existieren.

Langenfeld, 22.5.07 Mit kollegialen Grüßen Wolfgang Bender