Wir sind wieder zurück!

01.06.18 08:00
Frank Blachmann
Friedenswallfahrt.jpg

Wir sind wieder zurück!

  • Zehn Tage „pelerinage de la paix“, zehn Tage bewegt sein von der Suche nach Frieden:
    sei es in Gedanken während des Radfahrens oder morgens, wenn noch alles still ist,
  • unterwegs in den geschichtlichen Zeugnissen des Krieges und der Versöhnung, im Gebet,
  • in den Begegnungen mit unseren französischen Gastgebern oder mit Leuten auf der Straße,
  • im Staunen über die Schätze der Natur und der menschlichen Kunst, in unseren Gesprächen,
  • im Lachen, im Streiten, im Schwitzen, im Genießen.

Es war eine Wallfahrt, die uns alle im doppelten Sinne bewegt hat.
Einerseits haben uns die täglichen gemeinsamen Zeiten mit dem Fahrrad viel Freude ins Herz gelegt, die bis heute trägt. Diese Leichtigkeit unterwegs, sie war sicherlich auch das nötige Gegengewicht zu der Schwere unseres Themas.

Andererseits haben wir in unserem gemeinsamen Nachdenken, Sprechen, Weinen und Beten für den Frieden gespürt, wie kostbar und zerbrechlich der Friede unter uns Menschen und zwischen den Völkern ist. Die Sehnsucht nach Frieden gewann für uns alle eine viel größere persönliche Bedeutung als zuvor. Es war unsere gewachsene Gemeinschaft, in der wir als Christen unterwegs waren, die Jeden und Jede ermutigte, im Alltag diesem bewegenden Geist Christi zu vertrauen. Denn wir durften als Wallfahrer erleben, dass unser gemeinsamer Weg ein realer und ein geistlicher war, der uns auf eine ganz besondere Art miteinander verbunden hat.
Eine Pilgerreise für den Frieden, sie hat uns gestärkt - als ganzen Menschen - d.h. tief in der Seele und zugleich leibhaftig!

Unsere Wallfahrt von Verdun nach Chartres war von einem sehr weiten Bogen bestimmt, der die extremen Seiten des Menschen überspannte. Vom Ort des Grauen des Ersten Weltkriegs radelten wir zu dem Ort, der uns den reichen Schatz unseres Mensch-Seins vor Augen führte. Wie die vielen Glasfenster der Kathedrale füllten die unterschiedlichen Etappen unserer Pilgerreise diesen Bogen.

Die Gastfreundschaft von M. Willemin aus Verdun, der uns das zerstörte Dorf seiner Großmutter zeigte, unser Gesang in der Kirche von L´Epeni, Reims als Kathedrale der Versöhnung, tiefe Betroffenheit in unseren Gesprächsrunden, die Champagne mit ihren Köstlichkeiten, die Ordensgemeinschaft von Jouarre, die uns kostenlos beherbergten als Zeichen ihrer Solidarität mit unsere Wallfahrt, wie wir in Paris „einzogen“ und gemeinsam den Arc de Triomphe umradelten, der Blick auf Chartres, wo Erde und Himmel sich berühren.