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Auswertung der Umfrage „Die Zukunft der Grundschulen in NRW“

Auswertung der Umfrage „Die Zukunft der Grundschulen in NRW“ der KED in NRW liegt vor - Rund 900 Personen beteiligten sich

Von Eva Weingärtner

 

Die Katholische Elternschaft Deutschlands in NRW hat eine Umfrage „Die Zukunft der Grundschulen in NRW“ entwickelt und in einem Zeitraum von zwei Monaten von Ende Februar bis zum Stichtag 30. April durchgeführt. Ziel dabei war, ein Bild davon zu erhalten, was Betroffene für wichtig befinden, damit Schülerinnen und Schüler an den Grundschulen erfolgreich lernen und sich entwickeln können. Insgesamt beteiligten sich an der Umfrage rund 900 Personen, darunter meistens Eltern.

 

„Wir danken allen, die sich die Zeit genommen haben, unsere Umfrage zu beantworten und freuen uns sehr über die rege Beteiligung“, sagt Andrea Honecker, Vorsitzende der KED in NRW. Die Auswertung hat ergeben, dass der Fragebogen von 627 Personen vollständig ausgefüllt wurde, von 269 Personen nur zum Teil. Berücksichtigt wurden bei der Auswertung bisher nur die Daten der vollständig ausgefüllten Bögen. „Wir erhalten so ein Meinungsbild zu fünf Themenbereichen“, so Andrea Honecker. So äußerten sich die Teilnehmer zum Thema „Kaum Vertretungsunterricht bei Unterrichtsausfall“. Die Mehrheit befindet, dass dies eher nicht (rund 34 Prozent) bzw. nicht zutrifft (rund 26 Prozent). Rund 82 Prozent der Personen bzw. Eltern befürworten eine statistische Ermittlung des Unterrichtsausfalls. Eine deutliche Mehrheit von rund 98 Prozent spricht sich dafür aus, dass zusätzliche Lehrerstellen geschaffen werden müssen. Denn wie aus Anmerkungen von einigen Teilnehmern hervorgeht, werden im Vertretungsunterricht kaum Inhalte vermittelt und fachfremder Unterricht findet statt.

 

Zum Thema „Fremdbesetzung aufgrund fehlender Pädagogen an den Grundschulen“ ergibt sich auch ein klares Meinungsbild. So hält die Mehrheit der Teilnehmer (rund 53 Prozent) eine Fremdbesetzung durch fertig ausgebildete Lehrer der Sekundarstufe I für mindestens  nachdenkenswert. Beim Einsatz von Seiteneinsteigern wie Uni-Absolventen mit anderem Fachabschluss gehen die Meinungen auseinander. Rund 39 Prozent halten dies für mindestens nachdenkenswert, rund 31 Prozent sehen Risiken. Anders sieht es aus bei der Fremdbesetzung durch Grundschul-Lehramtsstudenten. Die meisten Personen mit rund 56 Prozent halten dies für mindestens nachdenkenswert. Rund 18 Prozent befürworteten die Besetzung ausdrücklich. Die Anmerkungen gehen dahin, dass wenn es schon Seiteneinsteiger geben soll, so sollen diese didaktisch geschult werden. Wichtig ist den Teilnehmern ein respektvoller Umgang mit den Kindern und eine verständnisvolle Vermittlung des Lehrplans.

 

Die Teilnehmer äußerten sich ebenfalls zum Veränderungsbedarf bei der Ausstattung der Schulen. Rund 79 Prozent befinden, dass die Klassenräume modernisiert werden müssen. Für eine schnellstmögliche Umsetzung der „Digitalisierung der Klassenzimmer“ und das Lernen mit digitalen Medien in allen Fächern und Klassenstufen ist ebenfalls die Mehrheit: Jeweils rund 35 Prozent befürworten dies ausdrücklich und rund 38 Prozent halten dies für mindestens nachdenkenswert. Eine deutliche Mehrheit mit rund 89 Prozent spricht sich für eine entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte aus. Als Brennpunkt an der Schule sieht die Mehrheit der Teilnehmer (rund 86 Prozent) die Schülertoiletten. Hier wünschen sich die Teilnehmer eine Sanierung, bessere Kontrolle und häufigere Reinigung. Bei den Bemerkungen wird häufig eine bessere Ausstattung genannt.

 

Ein weiteres Thema der Umfrage war Inklusion. Rund 70 Prozent der Teilnehmer befürworteten ausdrücklich oder halten es mindestens für nachdenkenswert, dass die Eltern weiterhin die Wahl haben sollen, ob sie ihr Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Förder- oder Regelschule anmelden. Für ein flächendeckendes Angebot an Förderschulen sprechen sich rund 76 Prozent aus. Beim Punkt, dass jede Schule Inklusionsschule werden soll, gibt es keine eindeutige Tendenz. Gegner und Befürworter halten sich in etwa die Waage. Allerdings ist eine deutliche Mehrheit mit rund 73 Prozent dafür, dass die Inklusionsschulen hinsichtlich Klassengröße, geeigneter Räumlichkeiten und Doppelbesetzung (Lehrer und sozialpädagogische Fachkraft) neu aufgestellt werden müssen. Bei den Bemerkungen wird häufig angemerkt, dass die derzeit praktizierte Inklusion nicht funktioniert.

 

Abschließendes Thema der Umfrage waren Fragen zu den Bekenntnisschulen. Rund 55 Prozent befürworteten ausdrücklich, dass eine religiöse Erziehung an der Grundschule wichtig ist. Rund 31 Prozent halten dies mindestens für nachdenkenswert. Auch dass katholische Grundschulen in einer differenzierten Bildungslandschaft wichtig sind, um Kinder über den Religionsunterricht hinaus christlich zu erziehen, wurde von der Mehrheit ausdrücklich befürwortet (rund 47 Prozent) bzw. für mindestens nachdenkenswert gehalten (rund 33 Prozent).  Ähnlich war das Ergebnis bei der Frage, ob die katholische Bekenntnisschule ihre Berechtigung hat, auch wenn die Zahl der katholischen Kinder abnimmt. Dies wird von der Hälfte der Teilnehmer, rund 49 Prozent, ausdrücklich befürwortet. Für mindestens nachdenkenswert halten dies rund 27 Prozent. Bei den Bemerkungen wird unter anderem darauf verwiesen, dass Bekenntnisschulen wichtig für die Wertevermittlung und Traditionen sind, aber auch andere Weltreligionen neben den katholischen Inhalten im Religionsunterricht behandeln sollten.

 

Abschließend konnten die Teilnehmer ihre Wünsche für eine gute Grundschul-Laufbahn äußern. Hier gab es viele Anregungen zu Klassengrößen, Unterricht, Lehrpersonen, Ausstattung, zum Umgang von Schülern, Lehrern und Eltern sowie zu einem guten Lernklima.

 

Zur Pressemitteilung des Landesverbandes

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