Aktuelles

Der neue KED Kurier Sommer 2019 ist erschienen!
In diesem Heft finden Sie, neben vielen anderen Themen, die Zusammenstellung aller Ergebnisse der Umfrage sowie eine Auswertung und Gewichtung der zusätzlichen Bemerkungen.
Zur aktuellen Diskussion: Sprachförderung an Grundschulen
Dass Kinder in der Grundschule sprachlich gefördert werden, gehört zu den natürlichen Aufgaben dieser Schulform und gilt selbstverständlich für alle Kinder.
Save the dates!
21. September 2019: Seminar zur Kommunikation zwischen Lehrern/Lehrerinnen und Eltern | 16. November 2019: Digitalisierung in aller Munde. Die KED in NRW lädt Sie ein.
Auswertung der Umfrage „Die Zukunft der Grundschulen in NRW“
Die Zukunft der Grundschule! Nach Ihrer Meinung wurde in einer Umfrage des Landesverbandes KED in NRW gefragt. 900 Bögen wurden zurückgesandt. Zu Beginn des neuen Schuljahres wird die Auswertung im NRW Kurier vorgestellt.

Eltern befürchten Nachteile für Ihre Kinder

Die Problematik, auf die auch das Elternbündnis „Rettet die Inklusion!“, ein Zusammenschluss von fünf landesweit aktiven Elternverbänden, aufmerksam macht, wird am Beispiel der Rotter-See-Schule in Troisdorf offensichtlich, konstatiert Andrea Honecker, die Vorsitzende der KED im Erzbistum Köln.

 

Denn die Schulpflegschaftsvorsitzende dieser Förderschule, Manuela Lemm, Mutter von vier Kindern, berichtet vom Beispiel ihres eigenen Sohns Moritz: „Nach zwei Jahren Regelschule, auf zwei Grundschulen in vier verschiedenen Klassen, waren wir als Familie am Ende. Jeden Tag ein Anruf der Schule, verminderte Beschulung von nur mehr zwei Stunden am Tag, Unterschriftensammlung der Eltern gegen unser Kind, jeden Morgen Kampf um in die Schule zu starten, jeden Abend Traurigkeit, weil es wieder nicht geklappt hat. Beschimpfungen, Ausgrenzung, Wut, Gewalt und Aggression als Unterrichtsfächer.? In meiner Verzweiflung fragte ich ihn: ´Warum?? Warum schlägst du andere Kinder?? Die Antwort meines Sohnes trieb mir Tränen in die Augen: ´Mama, alle sagen, das kann ich am Besten!` Das war der Alltag, bevor wir endlich an der Förderschule gelandet sind. Dort hat unser Sohn gelernt, dass Schule nicht nur böse ist, dass Lehrer auch positive Worte finden, dass Wut nicht das einzige Gefühl ist, dass Aggression auch verbalisiert werden kann, dass er soviel mehr kann als schlagen".

 

Und nun jetzt das neue Problem und die Angst vor der Zukunft. Die 5. und 6. Klasse der be­suchten Förderschule wird kurzfristig zum kommenden Schuljahr gestrichen, Kinder verlieren ihr stabiles sicheres Schulumfeld. Die Quereinsteiger, welche bereits im gemeinsamen Unterricht gescheitert sind, werden erneut der Inklusion überantwortet. Ein fundiertes, erprobtes, zukunftsorientiertes Konzept der Förderschule hat nicht genug Zeit zu wirken. Der Druck der Landesregierung und die Streichung der Erprobungsstufen an den Förderschulen belasten den sicheren Rahmen der individuellen Förderung.

 

„Leider müssen wir kämpfen, bangen, hoffen, da das Schulministerium kurzfristig zum kommenden Schuljahr die 5. Klasse gestrichen hat“ berichtet Manuela Lemm. Doch die 5. und 6. Klasse dient als Erprobungsstufe und gibt den Kindern Zeit, sich auf eine Rück­schulung vorzubereiten. Dies ermöglicht, individueller auf die einzelnen Förderschwerpunkte  einzugehen, und schenkt dem Konzept Raum und Rahmen seine positive  Wirkung zu ver­breiten. „Dies führte zu einer grandiosen Rückschulungsquote, sodass die einstigen gescheiterten Opfer der Inklusion eine neue reale Chance im Regelschulsystem erhielten“, so Manuela Lemm.  Betroffen sind hiervon drei Förderschulen allein im Rhein-Sieg-Kreis, nämlich die Waldschule in Alfter, die Richard-Schirrmann-Schule in Hennef und die Rotter See Schule in Troisdorf, 69 Kinder allein in diesem Jahr.

 

Auch für Dr. Herbert Heermann, Vorsitzender der KED in NRW, ist dies eine weitere Bestätigung dafür, dass man mit „der kritischen Bilanz zu  den Auswirkungen des am 1. August 2014 in Kraft getretenen 9. Schulrechtsänderungsgesetz/1. Inklusionsgesetz“ (den Nerv getroffen hat. Die zentralen Forderungen dieses Elternbündnisses „Rettet die Inklusion“ sind das Ende der „Gießkannen-Inklusion“, eine Verlangsamung und Konzentration des Inklusionsprozesses unter der Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen, um einen nachhaltigen Aufbau zu ermöglichen, und der Erhalt der bestehenden Förderschulen. Alle Beteiligten befürworten ausdrücklich die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention. „Die schulpolitische Umsetzung führe jedoch nicht zu einer Verbesserung der Förderung der Kinder mit Handicap sondern verschlechtere sogar vielerorts die Schulbildung  und zwar für alle Kinder,“ so Dr. Heermann.

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