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KED in NRW-Vorsitzende Andrea Honecker zu erneuten Schulschließungen

Anna Römer

Wer in der Corona-Krise verantwortliche Entscheidungen treffen muss, sieht sich immer wieder in der Zwickmühle zwischen Beschränkungen zur Ansteckungsvermeidung einerseits und der Wahrung der Rechte der Menschen, die von den Beschränkungen besonders betroffen sind. Im Kontext der Schulschließungen im derzeitigen Lockdown heißt das: wer Schulen schließt um die Kontakte zu beschränken und das Virus an der Verbreitung zu hindern, nimmt dabei in Kauf, dass Kindern in dieser Zeit ihr Recht auf schulische Bildung und Sprachförderung, auf den sozialen Lebensraum Schule, auf warme Mahlzeiten in der Schulmensa und die manchmal nötige psychosoziale Begleitung genommen wird. Das höhere Ziel der Chancengerechtigkeit sowie Integration und Inklusion geraten in den Phasen des „Homeschoolings“ ins Hintertreffen: sind sie schon in normalen Zeiten schwer umzusetzen, gleichen sie jetzt der Quadratur des Kreises. 

In der Krise ist es wichtig, dass alle Beteiligten, LehrerInnen und Schulleitungen, Eltern und auch die Entscheidungsträger in der Politik an einem Strang ziehen zum Wohl der Kinder. Schadensbegrenzung ist angesagt, wo zu allgemeine und großflächige Regelungen einzelne Gruppen in Schwierigkeiten bringen: so auch bei den Abschlussjahrgängen, die um ihre Prüfungen bangen und darum, ob sie für den Übergang und Bewerbungen ausreichend vorbereitet sind. Die Abiturienten wünschen sich vor den Vor-Abi-Klausuren im Februar, Fragen und Probleme mit ihren Lehrern im persönlichen Gegenüber klären zu dürfen; die Zehntklässler bangen um die Bewertungsgrundlagen in den Halbjahreszeugnissen, mit denen sich viele von ihnen bewerben müssen. Beide, Abiturienten und 10er-Klassen, wollen wissen, ob und in welcher Weise die zentralen Prüfungen in diesem Schuljahr durchgeführt werden sollen. Unsere jungen Menschen haben es verdient, von uns begleitet und ermutigt zu werden – dazu gehört auch, dass ihnen JETZT Sicherheit über die Durchführung ihres Schulabschlusses gegeben wird.  

Man sollte auch im Blick behalten, dass die Situation nicht überall im Lande gleich ist: wo die Infektionszahlen geringer sind, ist sicherlich mehr Präsenz möglich als an den Hotspots. Und je nach Schule bietet die räumliche Ausstattung, die Zusammensetzung des Personals und der Schülerschaft vielleicht Spielräume, die es anderswo nicht gibt. Die KED in NRW plädiert dafür, mehr Flexibilität zu wagen und auf das Verantwortungsbewusstsein vor Ort zu setzen. Vielleicht können angesichts der Pandemie keine „richtigen“ Entscheidungen getroffen werden. Aber wir brauchen Menschen, die mutig und mit persönlichem Engagement das Beste aus der Situation machen.  


Andrea Honecker, Vorsitzende der katholischen Elternschaft in NRW  

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