Ehrenmitglied feiert Jubiläum

24. Februar 2012; Hans-Dieter Steguweit

Zusammen 50 Jahre im Amt

Von Matthias Pesch, Kölner Stadt-Anzeiger vom 24. Februar 2012

Pfarrer Winfried Hamelbeck und Pfarrer Gerhard Herkenrath sind zusammen 50 Jahre im Amt. Befreundet sind sie, seit sie in Bonn gemeimsam studierten. Sie haben nie das offene Wort gescheut, wenn es um Kritik an der Kirche ging.

Seit Studienzeiten befreundet: Pfarrer Gerhard Herkenrath (l.) und Pfarrer Winfried Hamelbeck. (Bild: Schwarz)

Es ist durchaus legitim, Pfarrer Winfried Hamelbeck und Pfarrer Gerhard Herkenrath anlässlich ihres goldenen Priesterjubiläums gemeinsam zu würdigen. Seit den Bonner Studienzeiten sind die beiden Geistlichen im Ruhestand befreundet, haben als langjährige Pfarrer von St. Michael (Hamelbeck) und St. Alban (Herkenrath) eng zusammengearbeitet – und sie feiern am Sonntag um 11.30 Uhr mit einer Messe in St. Gereon gemeinsamden 50. Jahrestag ihrer Priesterweihe.

Aber den gebürtigen Bonner Hamelbeck (76) und den ein Jahr älteren Herkenrath, in Siegburg geboren, verbindet mehr. „Wir sind für die Leute da, und für die Leute tun wir alles“, so beschreiben beide das Selbstverständnis ihres Priesterdaseins. Und das beinhaltet auch „eine gewisse Distanz zu den höheren kirchlichen Autoritäten“. Denn die Menschen, sagt Herkenrath, seien „viel vernünftiger, als das System es manchmal wahrhaben will“. Mit dem, was sie sagten und taten – etwa für wiederverheiratete Geschiedene –, eckten die Seelsorger das ein oder andere Mal bei der Bistumsleitung an– standen die Auseinandersetzungen aber nicht zuletzt „mit einer gehörigen Portion Fröhlichkeit“ durch, wie es Hamelbeck formuliert.

Beide haben es als sehr positiv empfunden, dass sie als Pfarrer all die Jahre „Gottesdienste und Gemeindeleben sehr selbstständig gestalten“ konnten. Dabei war das Pfarreramt für Herkenrath streng genommen nur eine „Nebentätigkeit“: 28 Jahre lang war er Professor an der Katholischen Fachhochschule, davon 15 Jahre als Dekan und sieben Jahre lang als Prorektor.

Herkenrath und Hamelbeck habe nie ein offenes Wort gescheut, wenn es darum ging, Missstände in ihrer Kirche zu kritisieren – und diese Eigenschaft im Ruhestand nicht abgelegt. Wie die Kirche etwa mit „Tabuthemen“ umgehe, sei „schädlich für ihr Ansehen“, sagt Hamelbeck. Und Herkenrath kritisiert, dass auch im Kölner Klerus selbst „die offene, faire Aussprache“ über schwierige Themen kaum gepflegt werde. „Manch einer versteckt sich lieber hinter dem Gehorsam gegenüber dem System.“

 
 
 
 

Unser Jahresmotto:
"Gemeinsam Zukunft gestalten
"
 

 

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