Der barmherzige Roboter – Künstliche Intelligenz: Fluch oder Segen?

Die potenziellen Einsatzmöglichkeiten von Technologien, die auf maschinellem Lernen basieren, scheinen schier unbegrenzt. Schon heute ernten Roboter eigenständig Getreide oder Kartoffeln. Die großen Internet-Konzerne investieren Milliarden in Forschung und Entwicklung. Wer profitiert eigentlich von diesem Fortschritt und was geschieht mit Millionen von Arbeitsplätzen? Wer verfügt über die Datenmacht? Algorithmen liefern – je nach persönlichem Online-Verhalten – passgenaue Werbung für den Verbraucher. In China werden Punktesysteme erprobt, die persönliches Verhalten belohnen oder sanktionieren. Wie weit soll das alles gehen? Werden wir bald zuhause von einem Roboter gepflegt? Vielerorts gibt es Pilotprojekte zum Autonomen Fahren. Wie muss das Verhältnis von Mensch zu Maschine aus ethischer Sicht neu bewertet werden und müsste die Entwicklung von KI nicht von den Bürgerinnen und Bürgern einer demokratischen Gesellschaft kritisch begleitet werden? Entwickelt sich Künstliche Intelligenz sonst zum Einfallstor für die totale Überwachung? Die Gäste des Altenberger Forums legten in Kurzvorträgen und im Gespräch mit Moderator und Publikum ausführlich dar, was bereits Wirklichkeit ist und wohin die Reise höchst wahrscheinlich gehen wird. Schon jetzt müssen viele Fragen dringend gestellt und beantwortet werden. Der gesellschaftliche Diskurs zu diesem Thema wird intensiver geführt werden müssen. Dass Kirche mit diesem Abend zur Bewusstseinsbildung beitragen will und dass sie dabei den klaren Anspruch einbringt, dass jede gesellschaftliche Entwicklung dem Menschen dienen muss – mit scharfem Blick auf die Rechte und Bedürfnisse der Schwachen – fand positive Resonanz bei den Besuchern des Altenberger Forums.

Auf dem Bild (von links nach rechts): Christopher Patrick Peterka (Innovationsstratege und Investor, Köln), Dr. Frank Vogelsang (Dipl.-Ing. und Theologe, Direktor der Ev. Akademie im Rheinland, Bonn), Prof. Dr. Dr. Axel Zweck (Leiter Forschung und Entwicklung VDI-Technologiezentrum; Innovations- und Zukunftsforscher RWTH Aachen), Andrea Vogel (Superintendentin), Elmar Funken (Kath. Bildungswerk), Wolfgang Meyer (Moderator/WDR 5), Stephan Santelmann (Landrat RBK).

 

af-kkr-2019
 
»Saulus, steh auf und geh« – Osterempfang 2019

Die Katholische Kirche im Rheinisch-Bergischen Kreis hat 2019 erstmals zu einem Osterempfang eingeladen. Die Veranstaltung in der Osterzeit unterstreicht, dass die Osterbotschaft Ausgangspunkt und Zentrum des lebendigen Glaubens der Christen ist. Wir bekennen unseren Glauben und wir bringen uns überzeugend ein. Als Kirche erfüllt vom Heiligen Geist sind wir unterwegs inmitten der Welt, legte Kreisdechant Hörter in der Festmesse dar. »Saulus, steh auf und geh« – ein Vers aus der Tageslesung war die gewählte Überschrift des Abends. Sich aufmachen, handeln, etwas bewegen können – das machen die pastoralen und karitativen Dienste in ihrer ganzen Breite deutlich, betonte der Vorsitzende des Kreiskatholikenrates, Michael Heckmann, in seiner Ansprache. Dieses Engagement habe es verdient, ins Bewusstsein gerückt zu werden. Die Verkündigung des Glaubens bedeute im gesellschaftlichen Kontext auch Nächstenliebe, Förderung der Gemeinschaft, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Ebenso unerlässlich sei das  Eintreten für den sozialen Ausgleich und der Einsatz für gerechte Bildungschancen. Nicht immer einfach, denn wir leben »in einer spannenden Zeit mit vielen Herausforderungen und Veränderungen«, so Michael Heckmann. Dies mache umso mehr Gespräche miteinander, den Austausch notwendig. Hierzu sei man an diesem Abend aus allen Teilen des Rheinisch-Bergischen Kreises zusammengekommen.

Foto: Hintere Reihe: Pfr. Andreas Süß (Vorstand KKR), Rainer Deppe (MdL), Landrat Stephan Santelmann, Kreisdechant Norbert Hörter. Vordere Reihe: Ulrich Fuchs (Vorstand KKR), Dr. Barbara Voll (Vorstand KKR), Christel Ufer (Vorstand KKR), Superintendentin Andrea Vogel, Michael Heckmann (Vorsitzender KKR)

Osterempfang19
Altenberger Forum Kirche und Politik
Jugend forsch(t) – wie junge Leute leben wollen

 

Der Ökumeneausschuss im Rheinisch-Bergischen Kreis und der Landrat luden ein zum 23. Altenberger Forum Kirche und Politik, das  unter dem Titel »Jugend forsch(t) – wie junge Leute leben wollen« am Abend vor dem Buß- und Bettag in das Martin-Luther-Haus am Altenberger Dom lockte.

Mit der Jugendsynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (Januar 2019) und der Weltbischofssynode in Rom (Oktober 2018) setzen sich die evangelische und die katholische Kirche fast zeitgleich intensiv mit dem Thema »Jugend« auseinander. Vor diesem Hintergrund ging das 23. Altenberger Forum Kirche und Politik der Frage nach, wie junge Leute heutzutage eigentlich leben wollen. Wie ist ihre Lebenswirklichkeit, wie sind ihre Lebensentwürfe? Möchten sie sich aktiv in die Gesellschaft einbringen – und wenn ja, wie? Tonaufnahmen von befragten jungen Menschen und ein kunstvoller Einspielfilm, von Jugendlichen der Freikirche Leichlingen-Weltersbach erstellt, brachten viele junge Stimmen in die Runde.

Eine spannende Mischung von jugendlichen und älteren Besuchern der Veranstaltung sowie von jungen Erwachsenen und Fachleuten auf dem Podium machten den interessanten Austausch möglich, der alle Altersstufen zum Nach- und Weiterdenken anregte.

Das Foto zeigt von links nach rechts: Superintendentin Andrea Vogel, Kreisjugendseelsorger Michele Lionetti,  dahinter Kreisdechant Norbert Hörter, Michelle Euteneuer (Mitarbeiterin des Kreisjugendamtes), Moderator Uwe Schulz (WDR), Markus Melchers (Freier Philosoph), Marten Pigorsch (Leitungsteam Bergisch Gladbacher Jugendrat) und Jessica Paas (Studentin, Evangelische Jugend Altenberg).

AF23